September 2017

Gesundheitspfeifen?!

 

Eine Gesteckpfeife mit langem Rohr, bemaltem Porzellankopf und diversen rein dekorativen Elementen war im 19. Jahrhundert immer mehr als ein Rauchgerät: Sie war ein „Statement“, welches nicht nur Erinnerungen und Gesinnungen transportierte, sondern auch Modeströmungen unterlag. Als Ende des Jahrhunderts Gesundheits- und Hygienethemen modern wurden, betraf dies auch die technische Ausstattung der Gesteckpfeifen.So wurde im Jahr 1879 eine „Neuerung an Tabakspfeifen“ patentiert, die der Kaufmann Wilhelm Imhoff aus Kassel entwickelt hatte. Diese Neuerung sollte ein Filtern des Tabakrauchs ermöglichen und bestand aus einem Pappzylinder mit gerbsäuregetränkten Filzstückchen, der bei Gesteckpfeifen in den unteren Rohrabschnitt eingesetzt wurde.

 

 

Imhoff hatte überwiegend Komplettsets der „Gesundheitspfeifen“ mit Rohren verschiedener Längen, Pfeifendeckeln und den patentierten „Giftreinigunspatronen“ im Angebot. Die Porzellan-Pfeifenköpfe waren länglich oder gedrungen kegelförmig mit knopffömiger Ferse. Ihre Verzierung war entweder schlicht linear oder bestand aus Umdrucken mit Jagd- oder Genreszenen. Auf der Innenseite der Pfeifenköpfe ließ Imhoff folgende Marke anbringen: „Jede meiner Pfeifen muss diesen Stempel tragen / WILHELM IMHOFF *CASSEL*“, darin das gekrönte Kasseler Stadtwappen.

 

Mehr Imhoff

 

Literatur: Kaiserliches Patentamt, Patentschrift 6494, ausgeg. 04.08.1879, DEPATISnet DE000000006494A;
Preisliste von Wilhelm Imhoff [Kassel 1909/10]. Digitalisat: https://www.tabakspijp.nl/archief/archief-catalogi-fabrikanten/duitsland/
(herzlichen Dank an die PKN Stichting fürs Digitalisieren)


August 2017

Tabakpfeife im doppelten Sinn

 

Das Blätterrelief dieses in der Burgruine Eisenberg bei Korbach gefundenen Kopffragments stellt eindeutig Tabakblätter dar. Zum Vergleich eine privat angebaute Tabakpflanze im Wachstumsstadium. Ähnliche Tonpfeifen wurden u.a. in Köln hergestellt, vgl. Stam, Ruud: Ein Fund von Tonpfeifen des Pfeifenbäckers M. P. in Köln. Knasterkopf 7, 1995, 2–20, Abb. 5.

 


 

 

 

Juli 2017

Tabak-Anbauexperiment auf der Terrasse

 

Dieses in der Wohnung vorgezogene Tabakpflänzchen steht erst seit einigen Tagen im Freien.

 

 

 

 Knapp zwei Wochen später ist die Tabakpflanze bereits kräftig gewachsen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Juli 2016

 

PER ASPERA AD ASTRA – Durch das Raue zu den Sternen.

 

Dieses Motto der Stadt Gouda, hier von der Innenseite einer am Kaiserswerther Rheinufer gefundenen Tonpfeife aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, motiviert auch gut zur Aufarbeitung einer aus mehreren Tausend Tonpfeifenfragmenten bestehenden Sammlung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Januar 2016

Gewickelte Glasperlen

 

Orangefarbene opake Glasperlen aus dem merowingerzeitlichen Gräberfeld in Mömlingen (Unterfranken) weisen eine deutlich geschichtete Struktur auf. Diese entstand durch die Wickeltechnik zur Herstellung von Glasperlen, bei der die erhitzte Glasmasse um einen Metallstab gedreht wurde, wie im rezenten Test zu sehen ist.


 

 

 

Januar 2015

Glaspuzzle

 

Aus einer sekundär als Latrine genutzten mittelalterlichen Zisterne stammen diese „Waldglas“-Fragmente. Sie gehören zu mindestens einem optisch geblasenen Rippenbecher mit charakteristisch hochgestochenem Boden.

 

 

 

 

 


© Bild- und Textmaterial: Sabrina Liebetrau