Mai 2018

 

JEAN NICOT: Pfeifenkopf erinnert an legendären Tabakpionier

 

„Nicotiana“ wurde der Tabak nachträglich zu Ehren von Jean Nicot genannt. Nicot war 1559–1561 französischer Botschafter am portugiesischen Hof. Er forschte zur wundheilenden Wirkung des Tabaks und machte ihn am französischen Hof bekannt. Als Andenken an diesen Meilenstein der frühen europäischen Tabakgeschichte bot die Firma Gambier im späten 19. Jahrhundert Tonpfeifen mit dem Stempel „JEAN NICOT“ auf der Innenseite (Raucherseite) an. Hier ein Fund aus der Sammlung Hoischen/Stefan.

 

Literatur

Beckmann, Johann: Anleitung zur Technologie, oder zur Kentniß der Handwerke, Fabriken und Manufacturen… (Göttingen ³1787), 216. urn:nbn:de:gbv:3:1-482258; Esveld, Arthur van: Jean Nicot pijpen van de firma Gambier. PKN Blad 148, 2016, 12–15;

Jacob, Frank/Dworok, Gerrit (Hrsg.): Tabak und Gesellschaft – Vom braunen Gold zum sozialen Stigma (Baden-Baden 2015).

 


 

 

März 2018

Berichte aus dem Arbeitskreis Tonpfeifen 3 ist online:

 

Tonpfeifenfunde aus der Burg Eisenberg bei Korbach - ein Vorbericht

 

Die Pfeifen sind im Eisenberg-Raum des Wolfgang-Bonhage-Museums in Korbach ausgestellt.

In Kassel wurde ein der hier unter 3.2 abgebildeten Tonpfeife ähnlicher Pfeifenkopf mit nach heraldisch links springendem Pferd als Fersenmarke gefunden - zu sehen in den Vitrinen der Friedrichsplatz-Tiefgarage.



September 2017

Gesundheitspfeifen?!

 

Eine Gesteckpfeife mit langem Rohr, bemaltem Porzellankopf und diversen rein dekorativen Elementen war im 19. Jahrhundert immer mehr als ein Rauchgerät: Sie war ein „Statement“, welches nicht nur Erinnerungen und Gesinnungen transportierte, sondern auch Modeströmungen unterlag. Als Ende des Jahrhunderts Gesundheits- und Hygienethemen modern wurden, betraf dies auch die technische Ausstattung der Gesteckpfeifen.So wurde im Jahr 1879 eine „Neuerung an Tabakspfeifen“ patentiert, die der Kaufmann Wilhelm Imhoff aus Kassel entwickelt hatte. Diese Neuerung sollte ein Filtern des Tabakrauchs ermöglichen und bestand aus einem Pappzylinder mit gerbsäuregetränkten Filzstückchen, der bei Gesteckpfeifen in den unteren Rohrabschnitt eingesetzt wurde.

 

 

Imhoff hatte überwiegend Komplettsets der „Gesundheitspfeifen“ mit Rohren verschiedener Längen, Pfeifendeckeln und den patentierten „Giftreinigunspatronen“ im Angebot. Die Porzellan-Pfeifenköpfe waren länglich oder gedrungen kegelförmig mit knopffömiger Ferse. Ihre Verzierung war entweder schlicht linear oder bestand aus Umdrucken mit Jagd- oder Genreszenen. Auf der Innenseite der Pfeifenköpfe ließ Imhoff folgende Marke anbringen: „Jede meiner Pfeifen muss diesen Stempel tragen / WILHELM IMHOFF *CASSEL*“, darin das gekrönte Kasseler Stadtwappen.

 

Mehr Imhoff

 

Literatur: Kaiserliches Patentamt, Patentschrift 6494, ausgeg. 04.08.1879, DEPATISnet DE000000006494A;
Preisliste von Wilhelm Imhoff [Kassel 1909/10]. Digitalisat: https://www.tabakspijp.nl/archief/archief-catalogi-fabrikanten/duitsland/
(herzlichen Dank an die PKN Stichting fürs Digitalisieren)


August 2017

Tabakpfeife im doppelten Sinn

 

Das Blätterrelief dieses in der Burgruine Eisenberg bei Korbach gefundenen Kopffragments stellt eindeutig Tabakblätter dar. Zum Vergleich eine privat angebaute Tabakpflanze im Wachstumsstadium. Ähnliche Tonpfeifen wurden u.a. in Köln hergestellt, vgl. Stam, Ruud: Ein Fund von Tonpfeifen des Pfeifenbäckers M. P. in Köln. Knasterkopf 7, 1995, 2–20, Abb. 5.

 


 

 

 

Juli 2017

Tabak-Anbauexperiment auf der Terrasse

 

Dieses in der Wohnung vorgezogene Tabakpflänzchen steht erst seit einigen Tagen im Freien.

 

 

 

 Knapp zwei Wochen später ist die Tabakpflanze bereits kräftig gewachsen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Juli 2016

 

PER ASPERA AD ASTRA – Durch das Raue zu den Sternen.

 

Dieses Motto der Stadt Gouda, hier von der Innenseite einer am Kaiserswerther Rheinufer gefundenen Tonpfeife aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, motiviert auch gut zur Aufarbeitung einer aus mehreren Tausend Tonpfeifenfragmenten bestehenden Sammlung.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Januar 2016

Gewickelte Glasperlen

 

Orangefarbene opake Glasperlen aus dem merowingerzeitlichen Gräberfeld in Mömlingen (Unterfranken) weisen eine deutlich geschichtete Struktur auf. Diese entstand durch die Wickeltechnik zur Herstellung von Glasperlen, bei der die erhitzte Glasmasse um einen Metallstab gedreht wurde, wie im rezenten Test zu sehen ist.


 

 

 

Januar 2015

Glaspuzzle

 

Aus einer sekundär als Latrine genutzten mittelalterlichen Zisterne stammen diese „Waldglas“-Fragmente. Sie gehören zu mindestens einem optisch geblasenen Rippenbecher mit charakteristisch hochgestochenem Boden.

 

 

 

 

 


© Bild- und Textmaterial: Sabrina Liebetrau