Nach der „Entdeckung“ Amerikas 1492 gelangten die ersten Tabakpflanzen nach Europa, wo sie zunächst als Zier- und Heilpflanzen Verbreitung fanden. Erst aus dem späten 16. Jahrhundert gibt es vereinzelte Belege für Tabakrauchen im deutsch-sprachigen Raum. Im frühen 17. Jahrhundert avancierte das „Tabaktrinken“ aus Tonpfeifen zur Modedroge. Bereits 1667 beschrieb Grimmelshausen die flächen-deckende Verbreitung des Rauchens im Dreißigjährigen Krieg sowie den aufgrund des Massenkonsums sehr profitablen Tabakanbau und -vertrieb.

Als Massenprodukte mit kurzer Lebensdauer gelangten Tonpfeifen zahlreich in den Boden. Da sie Modeschwankungen unterworfen und oft mit Herstellermarken be-stempelt waren, eignen sie sich für die Datierung von Befunden und ermöglichen darüber hinaus die materielle Belegbarkeit politischer und wirtschaftlicher Zusammen-hänge. Selbst kleine Stielfragmente können chronologische und kulturgeschichtliche Informationen beinhalten. Daher ist es für die Historische Archäologie so wichtig, diese frühneuzeitlichen „Leitfossilien“ wertneutral zu erforschen.

 


 

Tonpfeifenfunde aus der Burg Eisenberg bei Korbach - ein Vorbericht

http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/propylaeumdok/3853/

 

Die Pfeifen sind Eisenberg-Raum des Wolfgang-Bonhage-Museums in Korbach ausgestellt.
Wer in Kassel eine Parallele zum im Bericht besprochenen Pfeifenkopf mit nach heraldisch links
orientierter Pferdemarke sehen möchte, wird in den Vitrinen in der Friedrichsplatz-Tiefgarage fündig.

 


 

Ein Tonwerkzeug zur manuellen Verzierung von Tonpfeifenstielen?

http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/propylaeumdok/3676/


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"Imhoff's Patent-Patronen-Gesundheitspfeife"
Poster zu Kasseler Porzellanpfeifen um 1900
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TONPFEIFENFUNDE AUS KAISERSWERTH
Poster, präsentiert im Rahmen des 49. Internationalen Symposiums Keramikforschung 2016 in Bonn
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